Schulden legen Ihnen Fesseln an!

Bild: Jutta Rotter / Pixelio.de
Bild: Jutta Rotter / Pixelio.de

Können Sie sich vorstellen, dass man trotz hoher Schulden frei und unbeschwert leben kann? Ich kann es jedenfalls nicht. Schulden sind wie Fesseln. Sie werden Ihrer Freiheit beraubt, Ihnen bleiben Chancen verwehrt und Ihr Denken wird negativ beeinflusst. Diese negativen Auswirkungen einer Verschuldung werden nicht immer bewusst wahrgenommen. Vielleicht fragen Sie sich gelegentlich, warum Sie sich so schlapp und kraftlos oder sogar überfordert fühlen. Sicherlich gibt es immer öfters Tage, an denen Ihnen alles über den Kopf wächst. Schon wieder eine unbezahlte Rechnung mehr auf dem Tisch...und dann noch die längst überfällige Reparatur des Autos...und die Kinder brauchen noch neue Schuhe...und Sie würde soooo gerne mal wieder shoppen gehen, aber das Geld ist schon in der Mitte des Monats futsch...und...und...und.

 

Laut Schufa sind knapp drei Millionen Haushalte nicht mehr in der Lage ihre Schulden zu bezahlen.

So richtig überascht bin ich von dieser Meldung eigentlich nicht. Sobald man ein festes Arbeitsverhältnis hat, gehen die Banken mit der Vergabe von Krediten sehr freizügig um. Doch die Gefahr der Verschuldung tritt schon viel früher ein. Für einen Schüler ist ein Handy heutzutage Pflicht. Der alleinige Besitz eines Handys ist ja auch garnicht das Problem. Dieses entsteht erst durch den gesellschaftlichen Zwang ein möglichst neues Modell besitzen zu müssen. Da diese jedoch in der Regel für einen Schüler zu teuer sind, werden sie über entsprechende Telefonverträge finanziert. Der Schüler geht damit eine vertragliche Verpflichtung ein, aus der er auch dann nicht herauskommt, wenn die Rechnungen irgendwann nicht mehr beglichen werden können.

Hinzu kommt, dass im Stundenplan eines Schülers die Themen Geld und Schulden garnicht vorkommen. Woher sollte er also wissen, worauf es beim Umgang mit Geld ankommt?

Auch viele Erwachsene, die ja auf Grund ihres Alters eigentlich über entsprechende Erfahrungen verfügen müssten, besitzen viel zu geringe Kenntisse in Sachen Finanzen. Und die Versuchung, über Privatkredite sich heute den gewünschten Lebensstandard von morgen leisten zu können, ist für viele einfach zu groß. Warum soll man sich auch monatelang oder sogar jahrelang einschränken, um für etwas zu sparen, das man schon heute haben kann???

 

Gibt es sinnvolle Schulden?

Bild: Gerd Altmann / Pixelio.de
Bild: Gerd Altmann / Pixelio.de

Ja, es gibt sie - die sinnvollen Schulden!

Ohne Kredite gäbe es unsere Unternehmerlandschaft nicht. Kredite sind für große und kleine Unternehmen der Garant für Wachstum und Weiterentwicklung. Aber was ist jetzt der Unterschied zu Ihren privaten Schulden? Das ist eigentlich schnell und leicht verständlich erklärt. Wenn Sie als Privatperson einen Kredit aufnehmen, um damit eine neue Wohnungseinrichtung, ein Auto oder eine Kreuzfahrt zu bezahlen, dann handelt es sich lediglich um eine Finanzierung. Wollen Sie sich aber zum Beispiel mit einem Handwerksbetrieb selbständig machen und nehmen dafür einen Kredit auf, so handelt es sich um eine Investition.

Im Gegensatz zur Finanzierung fließt bei einer Investition i.d.R. im Laufe der Zeit mehr Geld zu Ihnen zurück, als Sie an Kredit aufgenommen haben.

 

Warum bei privaten Anschaffungen Sparen schlauer ist als eine Finanzierung

Um den Unterschied zwischen der Aufnahme eines Kredits und der Alternatives des Sparens zu verdeutlichen, möchte ich hier ein kleines Rechenbeispiel machen.

 

Angenommen Sie benötigen eine neue Wohnungseinrichtung. Die Kosten belaufen sich auf 30.000€ - eine Summe die Sie zurzeit nicht verfügbar haben.

 

Möglichkeit 1: Finanzierung über einen Kredit

Da das Möbelhaus eine Finanzierung anbietet zögern Sie nicht lange und schließen den Kauf ab. 

Bei einem nominalen Zinssatz von 7% und einer Laufzeit von etwas über 6 Jahren zahlen Sie einen Gesamtbetrag von rund 37.031,89 € zurück (bei einer Rückzahlung von 500,- €/Monat). Die Zinsen belaufen sich also auf 7.031,89 €!

 

Möglichkeit 2: Sparen & investieren

Nachdem Ihnen der Verkäufer die Zinssumme genannt hat, verzichten Sie dankend und gehen zu einem (seriösen!) Finanzberater. Dieser rät Ihnen, die 500,- €/Monat lieber in einen Fond zu investieren. Dieser bringt eine durchschnittliche Verzinsung von 8%. Wenn Sie das Geld, das Sie für die Raten hätten bezahlen müssen, regelmäßig und konsequent in diesen Fond einzahlen, so können Sie sich nach etwas mehr als sechs Jahren über eine Summe von 45.163,64 € freuen :-) (Zum Vergleich: Die reine Einzahlungssumme beträgt 36.000,- €.)

Davon können Sie sich die geplante Einrichtung kaufen und haben noch ein hübsches Sümmchen übrig.

 

Die detaillierten Berechnungen finden Sie in den folgenden Dateidownloads:

 

Zahlungsplan für Ratenkredit
Ratenkredit_Bsp_Möbelkauf.pdf
Adobe Acrobat Dokument 26.2 KB
Alternative "Fondsparen"
Fondsparen_Bsp_Möbelkauf.pdf
Adobe Acrobat Dokument 31.2 KB

Money Watchers Tipp: Private Schulden abbauen & vermeiden!

Um Ihre Finanzen dauerhaft und sicher in den Griff zu bekommen, sollten Sie private Schulden unbedingt vermeiden. Wenn Sie (wie ich!) jedoch zu den Spätzündern gehören und bereits in die Schuldenfalle getappt sind, dann ziehen Sie JETZT (nicht morgen oder nächste Woche!) einen Schlussstrich und bauen Sie Ihre Schulden kontinuierlich ab. Ein paar kleine Hilfestellungen finden Sie im nächsten Münüpunkt "Erste Hilfe bei Schulden".

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